„Ich habe mir kein Ende gesetzt“ Überraschungsempfang für Pater Herbert Heuel zu dessen 25-jährigem Dienstjubiläum als Direktor des Pallotti Hauses Neunkirchen – Zentrum für Erziehungshilfe

von SZ- Redakteurin Anja Kernig, 8.2.11

Der knapp 50-jährige Mann auf dem leicht angegilbten Zeitungsfoto besticht durch Unmengen Lachfältchen in den Augenwinkeln, jungenhaften Charme und dichtes dunkles Strubbelhaar. 25 Jahre später hat sich daran nichts geändert. Ausgenommen die Haarfarbe – das konnten die Gratulanten im direkten Vergleich recht gut beurteilen. Vor dem Eingang des Pallotti-Verwaltungsgebäudes nahm Pater Herbert Heuel die Glückwünsche der Kinder, Jugendlichen und Pädagogen entgegen. Die hatten sich natürlich was einfallen lassen für das Vierteljahrhundert-Dienstjubiläum ihres Direktors. „Wechsel: Von Bonn an die Basis“, „Für Kinder zu arbeiten lohnt sich immer“, „Wer Probleme hat, macht auch Probleme“ – die prägnantesten Schlagzeilen samt Fotos aus 25 Jahren, auf Schilder gepinnt und wie bei einer Demonstration in die Höhe gehalten, gehörten dazu.

Dass es mal soweit kommt, war im Februar 1986 nun wirklich nicht absehbar. Hatte doch Heuels Einsatz in Neunkirchen nach zwei Jahren regulär enden sollen. „Danach wollte ich eigentlich weiter als Latein- und Französischlehrer in Rheinbach arbeiten“, erinnerte sich der Pallottiner in seiner kurzen Ansprache. „Aber es hat mich nicht losgelassen.“ Auf Bitte seines Provinzials war der diplomierte Psychologe vom Pallotti-Kolleg Rheinbach nach Neunkirchen gekommen. Dort gäbe es „einiges zu tun“ – reine Tiefstapelei. Wie sich später herausstellte, hatte man die Neunkircher Einrichtung mehr oder weniger abgeschrieben und den Sauerländer quasi zum Sterbebegleiter auserkoren. Doch es kam anders. Mit Hilfe des engagierten Kollegiums machte Heuel den Kahn wieder flott. Es folgten höchst produktive Jahre. Tagesgruppen wurden eingeführt, 1989 die bis dato staatliche Pallotti-Schule privatisiert. Seitdem sind Jugendhilfe und Schule eng miteinander verzahnt, interne Konflikte können damit von vornherein vermieden werden. Für die Grundschule entstand ein Zusatzgebäude. Damit verfügt das Pallotti Haus – Zentrum für Erziehungshilfe heute über Kapazitäten für bis zu 160 Kinder- und Jugendlichen. Weitere Meilensteine waren die Übernahme der Propstey St. Josef Taben-Rodt 1998 und zuletzt der Bau einer besonders gelungenen und zum Verweilen einladenden Hauskapelle am Neunkircher Standort. Dort feiert der Pater, der sich mit joggen und beten fit hält, mit den Pallottis – Kleinen und Großen – regelmäßig Gottesdienste, wie sie der bunte Kalender des Kirchenjahres vorgibt.. Wenn es nach ihm ginge, soll sich daran auch nichts ändern. „Ich bleibe, solange ich kann. Mir macht diese Arbeit noch genauso viel Freude wie vor 25 Jahren“, betonte Herbert Heuel mit Blick nach vorn. „Ich habe mir kein Ende gesetzt.“

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