Vom Schwein zur Lyonerwurst

Neunkirchen. In jedem Lyoner steckt ein Tier – oder jedenfalls Teile davon. Das wussten die Siebt- und Achtklässer der Pallotti-Schule natürlich schon vor dem Mai 2012. Damals übernahmen sie die Patenschaft für zwei kleine Hausschweine der Rasse „Deutsches Landschwein“ (Veröffentlicht am 15.04.2013)

 

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Foto Regelmäßig besuchten die Schüler ihre Patenschweine auf dem Bauernhof in Martinshöhe bei Zweibrücken. Foto: Schule
Neunkirchen. In jedem Lyoner steckt ein Tier – oder jedenfalls Teile davon. Das wussten die Siebt- und Achtklässer der Pallotti-Schule natürlich schon vor dem Mai 2012. Damals übernahmen sie die Patenschaft für zwei kleine Hausschweine der Rasse „Deutsches Landschwein“. Neun Monate später hatten sich die putzigen Ferkel zu einem 130 Kilo-Eber und einer 110 Kilo-Sau entwickelt, die fachgerecht geschlachtet, verwurstet und in den Osterferien genüsslich verspeist wurden. Das teilt die Schule jetzt mit. „Jetzt weiß jeder der Schüler, was an Arbeit, Zeit und Einsatz erbracht werden muss, ehe man in ein Würstchen beißen kann“, erklärt Initiator Eilert von Busch, der zusammen mit Mareike Lill das Projekt betreute.Die Idee hatte sich der Lehrer bei einer Tageszeitung abgeguckt. „Ich las von dem Redaktionsschwein des Weser-Kuriers und fand die Idee klasse“, verrät von Busch. Warum nicht mal Biologie und Ernährungslehre am lebenden Objekt unterrichten?

Gesagt, getan. Mit dem Kinderbauernhof der Jugendhilfe des Pallotti-Hauses in Martinshöhe (Westpfalz) war auch die Frage nach dem „Wo“ und „Wie“ schnell geklärt. Übernahmen doch die dort lebenden Kinder und Jugendlichen mit ihren Erziehern das tägliche Füttern und Pflegen. „Wir sind dann regelmäßig alle zwei Wochen hingefahren und haben den Stall ausgemistet.“ Was nicht nur wegen des Gestanks Überwindung kostete. „Viele Kinder hatten Angst, ins Gatter zu den Tieren zu steigen.“ Entsprechend unbezahlbar war das Hochgefühl, die Angst überwunden zu haben und festzustellen: „Die Schweine sind eigentlich total zutraulich und haben höchstens ein bisschen an den Schuhen geknabbert“, wie von Busch beobachtete.

Parallel dazu lief der theoretische Teil im Klassenzimmer: „Wir stellten die Vor- und Nachteile der Massentierhaltung gegenüber, haben geschaut, was in Nahrungsmitteln an Inhaltsstoffen drin sind und haben auch Fleischpreise verglichen.“ Laut von Busch seien „viele Schüler nachdenklich geworden“, spätestens als es um den Antibiotika-Einsatz ging und die Lebensbedingungen der Rinder und Schweine. „Sie sind jetzt hoch motiviert, lieber nicht so oft Fleisch zu essen, dann aber welches aus artgerechter Haltung.“

Die ließ man natürlich auch den „Schulschweinen“ angedeihen: Der extra von den Schülern geweißte Stall mit seiner zwölf Quadratmeter großen Bucht verfügte über reichlich Stroheinstreu und eine frei zugängliche Außenfläche, „wo sie Gras fressen und sich im Schlamm suhlen konnten“. Verfüttert wurde geschrotetes Getreide, im Sommer Gemüse- und Obstabfälle, im Herbst selbstgesammelte Kastanien und Eicheln. Der Abschied von Eber und Sau gestaltete sich übrigens relativ „schmerzfrei“. Hatte man doch vorsorglich darauf verzichtet, den Tieren Namen zu geben. (A. Kernig SZ Redaktion)

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